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Ingo Meyer-Berhorn



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Die Klinik als Marke.
Sind medizinische Versorgung und Marketing ein Widerspruch?

Woran erinnern Sie sich bei Ihrem letzten Besuch im Krankenhaus? Fällt Ihnen ein Merkmal, ein Signet ein, das Sie mit der Klinik verbinden?
Das Malteser- oder Johanniter-Kreuz waren erste frühe "Markenzeichen", die die Trägerschaft des Hauses kennzeichneten - aber wenn nun Sie an das Erscheinungsbild vieler städtischer Krankenhäuser denken, fällt Ihnen dazu sicherlich kaum etwas ein. Sie waren halt einfach da - gesichtslos, austauschbar, unsichtbar.

Sicher - in erster Linie geht es um eine optimale medizinische Versorgung - aber warum soll man diese nicht mit einer positiven, merkfähigen Erinnerung an das Haus verknüpfen? Insbesondere, wenn medizinische Leistungen immer mehr den Regeln des freien Marktes und des Wettbewerbs unterliegen, müssen Sie sich entsprechend positionieren. Verstecken Sie die Qualitäten Ihres Hauses nicht, sondern "markieren" sie diese! Schaffen Sie ein positives, merkfähiges Bild, das Patienten, Besuchern sowie Mitarbeitern und Partnern die Möglichkeit der Sympathie und der Identifikation bietet.

Markenwert

Das gilt für einzelne Häuser und erst recht bei mehreren Niederlassungen. Der Vergleich mit Marken wie McDonald?s oder VW mag auf den ersten Blick gewagt erscheinen - aber worum geht es bei einer Marke? Um Vertrauen (geprüfte Qualität), um Kontinuität (da weiß man, was man hat) und um Widererkennbarkeit (das gelbe M/der Golf) - alles Attribute, die auch für eine Klinik bzw. Klinikkette von absoluter Relevanz sind! Eine gut geführte Marke sorgt für treue "Kunden", Empfehler und auf Seiten der Mitarbeiter für Zugehörigkeit und Stolz.

Marken müssen leben

"Wir machen jetzt mal ein schönes neue Logo" -dieser Ansatz ist zum Scheitern verurteilt!
Neben den äußeren Merkmalen wie ein passendes Markenzeichen und dessen stringenter Durchsetzung muss die Marke mit Leben gefüllt werden. Ein Markenversprechen muss jeden Tag aktiv gepflegt und gelebt werden - sonst ist die Marke von Anfang an tot.
Markenpflege ist ständige, kontinuierliche Arbeit, die nicht mal so nebenbei erledigt werden kann. Das heißt Einrichtung einer eigenen Abteilung und Hilfe von entsprechenden externen Partnern - die auch für eine reflektierte Außenbetrachtung herangezogen werden sollten - "Betriebsblindheit" ist ein Virus, das jeder Marke schadet.

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