
Über die Herausforderungen der internen Kommunikation im Klinikumfeld haben wir mit Dr. Thomas Breisach gesprochen. Er ist Geschäftsführer der auf Corporate Communications im Gesundheitsmarkt spezialisierten Agentur MCG Healthcare Relations.
Herr Dr. Breisach, als ob Schichtdienste und Unterschiede in Alters- und Bildungsstruktur nicht schon kommunikatorische Herausforderung genug wären - auch die zu kommunizierenden Themen haben es in sich. Wie kann man dieser Herausforderung im Klinikumfeld gerecht werden?
Man sollte sich bewusst machen, dass jedes Thema eine Botschaft enthält, nicht aber jede Botschaft für jeden Mitarbeiter interessant, geschweige denn nützlich ist. Es gilt also, Informationen auf Passgenauigkeit zu überprüfen und zielgruppenorientiert zu filtern.
Zudem sollte die Selektion der Themen berücksichtigen, dass Informationen auch von innen nach außen getragen werden können. Mitarbeiter tauschen sich auch außerhalb des Klinik- und Krankenhausbetriebs im privaten Umfeld über Arbeit und Arbeitgeber aus. Nicht alles, was im Innenverhältnis relevant ist, ist für die externe Öffentlichkeit bestimmt.
Interne Kommunikation wird gerne als nebensächlich abgetan. Das sehen Sie gar nicht so. Was ist das Besondere an der internen Kommunikation?
Bei der internen Kommunikation geht es keineswegs darum, Herrschaftswissen zu sammeln und abhängig von Hierarchie, Bildungs- oder Altersstruktur zu vermehren oder versanden zu lassen. Vielmehr ist interne Kommunikation die Kunst, die richtige Botschaft zur richtigen Zeit mit den richtigen Mitteln an die richtigen Empfänger zu senden. Eine stichhaltige, dauerhafte und lückenlose interne Kommunikation setzt eine solide Bestandsaufnahme, Analyse und Planung der Kommunikationsmaßnahmen und -kanäle voraus.
Welche Maßnahmen empfehlen Sie für eine optimale interne Kommunikation?
Idealerweise werden Kommunikationsmittel und -maßnahmen in Relation zu Budget und Zeitraum gesetzt. So können beispielsweise wiederkehrende Maßnahmen wie eine Mitarbeiterzeitung quartalsweise über den Klinikalltag berichten, Newsletter und Mailings hingegen ad hoc über strukturelle oder personelle Neuerungen etc. informieren.
Es ist in jedem Fall zu beachten, dass es keine Lösungen aus der Schublade gibt. Auch bei eben benannten und vermeintlich bekannten Instrumenten wie Mitarbeiterzeitung oder Intranet kommt es auf Details an. Die besonderen Anforderungen jedes Unternehmens sollten immer berücksichtigt werden.
Was sind Ihre Ansätze als spezialisierter Berater, interne Kommunikation im Klinikumfeld umzusetzen?
Wir bieten keine Standardlösungen an. Wir wissen, dass interne Kommunikation individuell auf das Unternehmen und die Mitarbeiterstruktur zugeschnitten sein muss. Gemeinsam mit dem Kunden und aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen im Klinikumfeld entwickeln wir nach umfassender Analyse jeweils exklusive Lösungen. Ungeachtet der Mittel und Wege ist interne Kommunikation umso erfolgreicher, je mehr Mitarbeiter sie tragen und aktiv in deren Gestaltung und Umsetzung eingebunden sind.