
Wie bewerten Sie die aktuellen Änderungen im Gesundheitsmarkt?
Änderungen im Gesundheitswesen finden laufend statt; teilweise mit dramatischen Konsequenzen, teilweise schleichend. Meiner Meinung nach hat der Kampf um Budgets und Patienten gerade erst begonnen. Der demografische Wandel schafft potenziell mehr Nachfrage, respektive Auslastung. Aber die Budgets werden nicht einfach so mitwachsen. Problemstellungen für Kliniken und alle anderen Versorger sind gleichbleibende oder gar sinkende Budgets bei steigenden Kosten, Engpässe bei Ausstattung und qualifiziertem Personal, fehlende Patientenbindungsprogramme und eine nicht zielgruppenaffine Kommunikation. Immer mehr Restriktionen im Budget und vertragliche Konstellationen schaffen auf der einen Seite vielleicht kurzfristig Planungssicherheit; andererseits schränken sie den eigenen Handlungsspielraum ein und machen ggf. abhängig.
Welche Herausforderungen sehen Sie für den Bereich der Patientenkommunikation?
Auch für Kliniken geht es darum, Patienten idealerweise zum Zeitpunkt ihrer Entscheidung für einen Anbieter bestmöglich medial zu erreichen. Kommunikation - egal, ob nun PR, Werbung oder Direktmarketing ? muss dort stattfinden, wo sich der Verbraucher über Gesundheitsthemen informiert. Die Herausforderung für die Patientenkommunikation ist, sich von einigen "alten Zöpfen" zu trennen. Das allgemeine Meinungsbild über eine Klinik wird schon lange nicht mehr nur über eine schöne Fassade und bekannte ?Frontmediziner? bestimmt. Wie in der Bewertungen von Hotels, in Rankings für das beste Restaurant oder auf Suchportalen für Ärzte unterliegen alle medizinischen Versorger der Meinungsbildung im Netz! Informationen im worldwideweb werden weiter distribuiert und diskutiert - und zwar von Usern und damit für die Klinik nicht steuerbar.
Welche Lösung haben Sie für Ihre Mandanten?
Wir empfehlen, die Meinungen allgemein genau zu beobachten: und zwar in Bezug auf Indikationen, die das eigene Leistungsportfolio widerspiegeln, und auf die Online-Präsenz des eigenen Hauses und der Wettbewerber. Über unseren speziellen Vendus-Socialweb-Monitor können wir die komplette Kommunikation im Netz erfassen und für die Mandanten aufbereiten. Darüber hinaus gibt es von uns keine Lösungen aus der Schublade. Ein Socialmedia-Projekt muss genau durchdacht und sensibel geplant sein. Auch gilt es, immer den integrierten Ansatz in der Kommunikation zu prüfen.
Dann ist Social Media doch nicht der Weisheit letzter Schluss?
Natürlich nicht! Der wertvollste Kommunikator ist der Patient selbst bzw. dessen soziales Umfeld. Es ist also absolut wichtig, dass eine Klinik ein funktionierendes CRM hat und bestmöglich Patienten auch über den Klinikaufenthalt hinaus mittels Kommunikation binden kann. Und wir sagen unseren Auftraggebern, wie das funktioniert. Wichtig in diesem Zusammenhang: Während es in der Consumer-Welt heißt, Kunden kaufen Marken, gilt meines Erachtens im Falle der Gesundheit: Patienten "kaufen", wenn sie Vertrauen haben. Und wenn das mit der Klinik, dem MVZ oder dem Arzt auch noch als Marke klappt - umso besser. Last but not least: Unbestritten ist, dass redaktionelle Veröffentlichungen mit positivem Tenor natürlich viel zum Image beitragen können.
Was wird in der Patientenkommunikation der Zukunft außerdem wichtig?
Ich glaube, dass die vertriebsrelevante Kommunikation mehr und mehr lokal und regional werden wird und muss - übrigens unabhängig von den o. g. Aspekten. Mit vertriebsrelevant ist gemeint: Für welche Klinik, für welchen Arzt in der näheren Umgebung entscheidet sich der Patient? Und genau deshalb wird der "Krieg" in Zukunft auch in der Kommunikation lokal entschieden. Mit der Vendus Local Health World kann die Medical Consulting Group schon heute individuelle und regionale Services realisieren, die konsequent die Ansprache "vor Ort" ermöglichen. Und das auch noch budgeteffizient!